MiFID-Studie: Wer als Kunde nicht fragt, erfährt auch nichts!

Frankfurt am Main, August 2007. Es sind nur noch wenige Monate bis zur Einführung der neuen EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID). Kaum ein Finanzdienstleister nutzt jedoch die Erhöhung der Transparenzpflicht bezüglich der in Finanzprodukten enthaltenen Provisionen um sich frühzeitig vom Markt zu differenzieren. Dies zeigt eine aktuelle Studie der studentischen Unternehmensberatung der Universität Mainz berater e.V., unterstützt durch die Investors Marketing – Management Consultants.
Im Rahmen der Studie wurden im Juni und Juli 2007 rund 250 Berater aus Banken und Sparkassen sowie rund 250 Endkunden aus den Segmenten Retail- Banking und Affluent-/Private Banking zu ihrem Wissensstand und ihrer Einstellung zum Thema MiFID befragt.
„Ein interessantes Ergebnis der Studie wurde uns bereits in der Vorbereitungs- phase deutlich: Zwar ist MiFID für den einzelnen Berater ein zentrales Thema und das Interesse an Informationen ist hoch, die Finanzdienstleistungsinstitute selbst halten sich derzeit in der externen Kommunikation zu MiFID jedoch sehr zurück“, erklärt Philipp Petry, Senior Consultant bei berater e.V. Bestätigt wird dies durch die Studie: 45 Prozent der Finanzdienstleister verhalten sich momentan noch reaktiv, d.h. sie warten weiterhin ab, was im Detail gesetzliche Pflicht wird bzw. wie sich der Wettbewerb verhält. Erst dann werden sie entscheiden, was sie zum Beispiel dem Kunden an Provisionen offen legen werden. „Nur wenige Finanzdienstleister wagen sich schon jetzt nach vorne und positionieren sich durch Kostentransparenz als besonders kundenorientiert“, erläutert Petry. Klar ist aber schon jetzt, dass viele Kunden zukünftig ausdrücklich nach den Provisionen fragen müssen, um informiert zu werden.
Dabei wird das Management des Informationsflusses in der Kunden-Berater Beziehung ein entscheidender Erfolgsfaktor für Finanzdienstleister. „Insbesondere deshalb, da knapp 70% der Kunden eine Offenlegung sämtlicher Provisionen fordern“, so Univ.-Prof. Dr. Frank Huber, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing I an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „Diese Offenlegung soll entweder standardmäßig Inhalt jedes Beratungsgesprächs sein (39,4%) oder zumindest auf aktive Nachfrage des Kunden (30,1%) erfolgen. Nur solche Finanzdienstleister, die in Zukunft dem Kunden einen echten Mehrwert bieten und diesen von der Wertigkeit der Dienstleistung überzeugen, werden auf der Ertragsseite Einbrüche verhindern können.“
Wir danken Herrn Marc Ahlers, Manager bei der auf den Finanzdienstleistungs- markt spezialisierten Managementberatung Investors Marketing – Management Consultants, herzlich für seine konzeptionelle und fachliche Unterstützung bei der Studie.